Frau verlässt Büro nach Kündigung ihres Jobs

Richtig kündigen: Profi-Tipps für Dein Kündigungsgespräch

Die Gründe, den eigenen Job zu kündigen, sind vielfältig und individuell: ein attraktives Jobangebot, ein Umzug aus privaten Gründen oder neue berufliche Perspektiven. Unabhängig vom Anlass solltest Du Deinen Kündigungswunsch professionell und souverän kommunizieren – im Interesse Deiner eigenen Karriere und für ein gutes Verhältnis zu Deinem aktuellen Arbeitgeber. Wir zeigen Dir, wie Du richtig kündigst und worauf Du beim Kündigungsgespräch unbedingt achten solltest. Lade Dir außerdem unsere Checkliste zum professionellen Kündigen herunter oder schaue Dir unser Video mit allen Tipps an!
20
Feb
2026

Richtig kündigen: Das Wichtigste in Kürze

  • Gründliche Vorbereitung: Kündige niemals spontan aus allgemeiner Unzufriedenheit heraus, sondern plane diesen Schritt sorgfältig. Stelle sicher, dass Du klare, unwiderlegbare Argumente vorträgst und die vertraglichen Kündigungsfristen beachtest.
  • Professionelle Gesprächsführung: Führe das Kündigungsgespräch ruhig, sachlich und wertschätzend. Bereite passende Einstiegssätze vor und bleibe auch bei negativen Reaktionen Deines Vorgesetzten gelassen und höflich. 
  • Nachtreten tabu: Sei so authentisch wie möglich, aber vermeide verletzende Kritik an Kolleg:innen oder Vorgesetzten. Persönliche Unzufriedenheit darf sachlich begründet werden, sollte aber nicht in Nachtreten ausarten. 
  • Zeitpunkt smart wählen: Kündige nicht zu früh vor Ablauf der Kündigungsfrist, um die oft schwierige Zeit nach der Kündigung möglichst kurz zu halten. Berücksichtige dabei auch die Auswirkungen auf Dein Team. 
  • Sorgfältige Übergabe: Dokumentiere alle laufenden Projekte, aktualisiere wichtige Abläufe für Deine Nachfolge und verabschiede Dich angemessen von Deinen Kolleg:innen, damit Du in guter Erinnerung bleibst.
Schritt-für-Schritt Anleitung für Dein Kündigungsgespräch

In unserem YouTube-Video erklären wir Dir die wichtigsten Schritte für Dein Kündigungsgespräch als Arbeitnehmer:in – kompakt und verständlich in unter fünf Minuten.

Vor dem Kündigungsgespräch:
Planung und Tipps

Sich für eine Kündigung zu entscheiden, ist ein großer Schritt und sollte nicht nur wohlüberlegt sein, sondern auch gut geplant werden. Wie Du bei einem Kündigungsgespräch als Arbeitnehmer:in am besten vorgehst und welche Schritte sinnvoll sind, erläutert die Konfliktmanagerin, Mediatorin und Kommunikationstrainerin Frau Dr. Inge Pröll im Interview.

Tipp

Kündige Deinen Job erst, wenn:

  1. Der neue Arbeitsvertrag von beiden Seiten unterschrieben ist.
  2. Der unterschriebene Vertrag beim neuen Arbeitgeber eingegangen ist.
  3. Du eine schriftliche Bestätigung hast.

Handle danach sofort: Kündige am nächsten Werktag, sowohl schriftlich als auch im persönlichen Gespräch.

Achtung: Wer zu früh kündigt, riskiert ohne Job, Gehalt und für die ersten Monate Arbeitslosengeld dazustehen.

In unserem Magazin findest Du hilfreiche Ratgeber und Tipps für Deine Jobsuche, Bewerbung und Dein nächstes Vorstellungsgespräch
Die wichtigsten Schritte für das Durchführen einer Kündigung findest Du außerdem in unserer Checkliste!

Nachdenklicher Manager vor dem Kündigungsgespräch

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Vorbereitung für ein erfolgreiches Kündigungsgespräch

Sicher im Kündigungswunsch sein und klar formulieren
  • Mach Dir ausreichend Gedanken darüber, warum eine Kündigung sinnvoll ist und bitte nicht spontan um ein Gespräch. Bei den Gründen solltest Du nicht nur nach einer gefühlten Unzufriedenheit im Job gehen, sondern das Karriere-Potential der Kündigung im Auge behalten.
  • Plane Dein Kündigungsgespräch so, dass Du in gutem Einvernehmen mit Deiner:Deinem Vorgesetzten auseinander gehst. Bereite Dich auch auf unangenehme Fragen vor und trainiere ruhig, freundlich und zuvorkommend zu bleiben.
Argumente vorbereiten
  • Führe nur Gründe für die Kündigung an, die von der:dem Chef:in nicht einfach widerlegt werden können.
  • Trenne klar zwischen persönlichen Gründen und Gründen, die mit dem Job zusammenhängen, und vermische sie in Deiner Begründung nicht.
Kündigungsgespräch zeitlich gut planen
  • Beachte die vertragliche Kündigungsfrist. Wenn Dein Arbeitsvertrag hierzu keine Regelung enthält, gilt die gesetzliche Kündigungsfrist von vier Wochen zum 15. oder zum Monatsende.
  • Wähle eine passende Zeit für das Gespräch, die kurz vor der Kündigungsfrist liegen sollte.
  • Plane die Auswirkungen auf Dein Team mit ein, besonders dann, wenn Du eine Führungsposition wahrnimmst. Bei Remote- oder Hybrid-Teams solltest Du die Koordination über digitale Kanäle wie Microsoft Teams oder Slack frühzeitig mitdenken.

Vorbereitung auf die Kündigung: Interview

Beachte die folgenden Profitipps aus unserem Interview mit Frau Dr. Pröll, um Dich professionell auf Dein Kündigungsgespräch mit Deinem:Deiner Chef:in vorzubereiten.

YER Deutschland: Frau Dr. Pröll, als Jobcoach gehören Kommunikationstraining und Konfliktprävention zu Ihren Kernkompetenzen.
Was ist Ihrer Einschätzung nach der wichtigste Aspekt, den ein:e Arbeitnehmer:in vor ihrer:seiner Kündigung beachten sollte?

Dr. Inge Pröll: Das Wichtigste vor der Kündigung ist, dass Sie sich wirklich sicher sein sollten. Spontan aus einer diffusen Unzufriedenheit heraus zu kündigen, ist grundfalsch. Ebenso wie zu kündigen, um bessere Konditionen (Gehälter, Arbeitsbedingungen etc.) zu erreichen. Das hat immer einen negativen Beigeschmack.

Warum ist ein geplantes Vorgehen bei der Kündigung sinnvoll?

Dr. Inge Pröll: Die Auflösung eines Arbeitsvertrages ist eine ernste Sache - für Sie und für den Arbeitgeber. Ziel sollte immer eine Trennung in gutem Einvernehmen sein. Schließlich möchten Sie ein gutes Zeugnis und benötigen eventuell auch in Zukunft einmal Referenzen von Ihrem jetzigen Arbeitgeber. Ein geplantes Vorgehen ist auch deshalb wichtig, damit Sie mögliche Reaktionen antizipieren, um darauf vorbereitet zu sein und entsprechend reagieren zu können. Es geht darum, eine Kündigung seriös und mit Rücksicht auf den Arbeitgeber abzuwickeln.

Womit sollte ich mich vor dem Kündigungsgespräch befassen?

Dr. Inge Pröll: Sie sollten Ihre Gründe für die Kündigung klar artikulieren und zwar so, dass sie nachvollziehbar und nicht widerlegbar sind. Wenn Sie zum Beispiel anführen, dass Sie sich nicht wertgeschätzt fühlen und der Arbeitgeber das widerlegen kann, ist das ungünstig. Wichtig ist auch, dass Sie eine klare Trennung zwischen persönlichen Gründen ("Ich ziehe zu meiner Freundin in eine andere Stadt.") und solchen, die unmittelbar mit dem Job zusammenhängen ("Ich sehe keine Weiterentwicklungsmöglichkeiten für mich.") ziehen.

Wie wähle ich den richtigen Zeitpunkt für eine Kündigung?

Dr. Inge Pröll: Da gilt es natürlich zuallererst die vertraglich festgelegten Kündigungsfristen zu beachten. Wichtig: Nicht zur Unzeit kündigen. Wenn Sie also drei Monate Kündigungsfrist zum Quartalsende haben, also zum Beispiel zum Ende September, sollten Sie nicht schon Anfang Mai kündigen, sondern Mitte Juni. Die Zeit nach einer Kündigung kann sich nämlich schwierig gestalten. Deshalb sollte man sie so kurz wie möglich halten. Außerdem sollte man sich bewusst machen, welche Folgen die Kündigung für ein Team hat und überlegen, wie man aktiv Probleme vermeiden kann.

Wie sage ich meinem:r Chef:in, dass ich kündige? Tipps für ein erfolgreiches Kündigungsgespräch

Der Gedanke an das Gespräch mit dem:der Chef:in belastet die einen und erleichtert die anderen. Unabhängig von der eigenen Gefühlslage solltest Du den eigenen Kündigungswunsch professionell kommunizieren. Schwierig gestaltet sich das vor allem, wenn ehrliche Kritik gefragt ist.

Für die Struktur eines erfolgreichen Kündigungsgesprächs und Deine Körpersprache hat Frau Dr. Pröll uns folgende Tipps verraten:

Das Kündigungsgespräch:
Tipps für den Ablauf
  • Einstieg in das Kündigungsgespräch: Formuliere vor dem Gespräch passende Einstiegssätze, wie zum Beispiel „Ich habe nun lange mit mir gerungen, mich aber letztlich entschlossen, beruflich neue/andere Wege zu gehen. Ich möchte kündigen.“
     
  • Ende des Kündigungsgesprächs: Übergebe das Kündigungsschreiben und bedanke Dich für das Gespräch sowie die Zusammenarbeit. Bespreche, wie die Kündigung im Unternehmen kommuniziert werden soll und richte Dich hier auch nach den Wünschen der Arbeitgeber:innen.
Körpersprache und Ehrlichkeit
im Kündigungsgespräch
  • Haltung und Körpersprache: Bleibe im Gespräch zugewandt, ruhig, sachlich und wertschätzend. Passe Deine Körpersprache dem Umgang im Unternehmen an, der eher formal oder leger sein kann. Sitze aufrecht und zeige, dass Du aufmerksam bist und das Gespräch ernst nimmst.
     
  • Ehrlichkeit: Sei so ehrlich wie nötig, aber nicht verletzend.
     
  • Mit Pushback umgehen: Bleibe sachlich und gehe nicht auf Provokationen ein.

So gelingt das Gespräch

In Zeiten von Remote-Arbeit stellt sich außerdem die Frage: Persönlich oder per Videocall die Arbeit kündigen?
Grundsätzlich gilt: Bevorzuge ein persönliches Gespräch im Office. Das zeigt Respekt und ermöglicht eine bessere Kommunikation.

Ist das nicht möglich (z. B. bei Full-Remote-Positionen), wähle einen professionellen Videocall:

  • Nutze Tools wie Zoom, Microsoft Teams oder Google Meet.
  • Schalte Deine Kamera ein: Blickkontakt ist wichtig.
  • Sorge für einen neutralen Hintergrund und eine ruhige Umgebung. 
  • Teste vorab Technik und Internetverbindung. 

Tipp

KI-Tools wie ChatGPT oder Claude unterstützen Dich bei der Vorbereitung auf Dein Kündigungsgespräch. In Rollenspiel-Simulationen kannst Du unterschiedliche Formulierungen und Gesprächstechniken in einem geschützten Rahmen ausprobieren, mögliche Missverständnisse erkennen und so mehr Sicherheit für die echte Gesprächssituation gewinnen.

Das professionelle Kündigungsgespräch: Interview

YER Deutschland: Das Gespräch mit dem:der Vorgesetzten zu beginnen, kann schwierig sein. Ist es sinnvoll, vorab einen Einstieg festzulegen?

Dr. Inge Pröll: Das kann natürlich von Fall zu Fall unterschiedlich sein. Prinzipiell würde ich mir einen Einstieg überlegen. Das gibt Sicherheit im Gespräch. Auch würde ich neben der schriftlichen Kündigung einen Spickzettel mit den Punkten mitnehmen, die man ansprechen will. Natürlich kann man am Anfang eines Gesprächs, beziehungsweise beim Betreten des Raumes, einige belanglose Worte wechseln. Aber man sollte schnell zum Kern des Gespräches kommen. Einstiegssätze wären zum Beispiel:

  • „Herr/Frau … ich arbeite in Ihrer Abteilung/Unternehmen nun seit einigen Jahren. In der Zeit habe ich ungeheuer viel gelernt. Doch nun ist es für mich an der Zeit, dass ich bei einer anderen Firma weitere Erfahrungen sammle.“
  • „Herr/Frau … es fällt mir nicht leicht, dieses Gespräch zu führen, gerade weil ich mich in diesem Unternehmen immer sehr wohl gefühlt habe.“ 

Wie ehrlich sollte man in dem Gespräch sein?

Dr. Inge Pröll: Seien Sie so ehrlich und authentisch wie möglich, aber nicht verletzend. Vorsicht gilt bei persönlicher Kritik an Kollegen oder Vorgesetzten. Besteht jedoch eigene Unzufriedenheit, kann man die durchaus ehrlich darlegen und sollte sie sachlich begründen. Bitte nicht nachtreten!

Kündigungsgespräch zwischen Vorgesetzter und Arbeitnehmerin

Gibt es für das Gespräch generell rechtliche Grundlagen, die zu beachten sind?

Dr. Inge Pröll: Dazu muss man den jeweiligen Vertrag genau ansehen. Im Zweifelsfall sollte man sich rechtlichen Rat holen. Grundsätzlich gilt: Die Kündigung muss schriftlich erfolgen und muss unterschrieben sein. Eine Angabe von Gründen ist nicht verpflichtend. In jedem Fall sollte im Kündigungsschreiben stehen, dass Sie ordentlich und fristgerecht kündigen.

Haben Sie Tipps, welche Haltung oder Körpersprache sinnvoll ist, um eine neutrale Atmosphäre zu erzeugen?

Dr. Inge Pröll: Das Gespräch sollte ruhig, sachlich, zugewandt und wertschätzend geführt werden. Bitte keine unangemessenen Vertraulichkeiten. Was Körpersprache und Haltung angeht, hängt das beste Verhalten natürlich auch damit zusammen, welches Verhältnis man zu seinem/seiner Vorgesetzten hat und welche Spielregeln im Unternehmen gelten. Manche sind formaler, andere legerer. Die Körpersprache sollte Ihre Haltung widerspiegeln. Also lümmeln Sie nicht auf dem Stuhl, sondern setzen Sie sich aufrecht hin und zeigen Sie, dass Sie konzentriert sind. Eine Kündigung ist etwas Ernstes.

Es kommt auch vor, dass Vorgesetzte schlecht auf eine Kündigung reagieren. Wie geht man mit solchen Situationen um?

Dr. Inge Pröll: Bleiben Sie unbedingt sachlich und lassen Sie sich nicht provozieren. Behalten Sie einen ernsten, konzentrierten Gesichtsausdruck und erwidern Sie mit Ruhe: „Herr/Frau … ich habe um diesen Termin gebeten, weil ich Ihnen mitteilen will, dass ich kündige. Wenn Sie es wünschen, lege ich Ihnen gerne meine Gründe dar.“ Dieser Satz kann kommen, muss aber nicht. Meiner Erfahrung nach lassen Chefs Kündigungsgespräche jedoch selten eskalieren.

Manchmal möchte man einfach etwas Neues ausprobieren oder man zieht beispielsweise aus privaten Gründen in eine andere Stadt, weiß aber noch nicht, ob es dauerhaft ist. Gibt es Möglichkeiten so zu kündigen, dass eine potenzielle Rückkehr in der Zukunft nicht ausgeschlossen ist?

Dr. Inge Pröll: Natürlich, die gibt es immer, wenn das Verhältnis zum Arbeitgeber ungetrübt ist. Man kann diese Gründe offen und klar darlegen und ein vertrauensvolles Gespräch führen. Dabei muss die Begründung gut überlegt sein. Grundsätzlich gilt: Unternehmen halten die Türen für gute Mitarbeiter/innen immer offen.

Wie beende ich ein Kündigungsgespräch souverän und professionell?

Dr. Inge Pröll: Ich übergebe die schriftliche Kündigung und bedanke mich für das Gespräch und die Zusammenarbeit. Ist das Verhältnis zum Gesprächspartner gut, kann man auch noch einige persönliche Worte anfügen, zum Beispiel „Ich habe viel von Ihnen gelernt“ oder ähnliches. Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch noch, dass man bespricht, wie und wann die Kündigung kommuniziert werden soll – sowohl intern als auch extern. Es empfiehlt sich, auf die Wünsche des Arbeitgebers einzugehen. Wie gesagt, man trifft sich immer zwei Mal im Leben. Deshalb sollten Sie in guter Erinnerung bleiben.

Kündigungsschreiben als Vorlage

Deine Kündigung muss nach § 623 BGB schriftlich erfolgen: eine E-Mail oder WhatsApp-Nachricht genügen nicht. Bei der Erstellung des Kündigungsschreibens kannst Du Dich an folgender Vorlage orientieren: 
 

[Dein Name]  
[Deine Adresse]  
[PLZ, Ort]

[Name des Unternehmens]  
[Personalabteilung / Name des Vorgesetzten]  
[Adresse des Unternehmens]  
[PLZ, Ort]
 

[Ort, Datum] rechtsbündig

Betreff: Ordentliche Kündigung meines Arbeitsverhältnisses
 

Sehr geehrte Damen und Herren,  
[oder: Sehr geehrte/r Frau/Herr ...]

Ich kündige mein Arbeitsverhältnis hiermit ordentlich und fristgerecht zum [Datum]. Sollte dieser Termin nicht einzuhalten sein, kündige ich hilfsweise zum nächstmöglichen Zeitpunkt.

Bitte bestätigen Sie mir den Erhalt dieser Kündigung sowie das Beendigungsdatum des Arbeitsverhältnisses schriftlich.

Zudem bitte ich Sie um die Ausstellung eines qualifizierten Arbeitszeugnisses.

Ich danke Ihnen für die bisherige Zusammenarbeit.
 

Mit freundlichen Grüßen,

[Handschriftliche Unterschrift]  
[Name in Druckbuchstaben]
 

Damit Du im Streitfall beweisen kannst, dass Dein Chef die Kündigung auch wirklich erhalten hat, wähle eine der folgenden Versandarten:

  • Einwurf-Einschreiben: Der Einwurf in den Briefkasten wird nachvollziehbar dokumentiert.
  • Persönliche Übergabe: Lass Dir den Erhalt auf einer Kopie des Schreibens kurz quittieren (Datum, Unterschrift des Arbeitgebers/der Personalabteilung).

Richtig kündigen: Nach dem Kündigungsgespräch

Nach dem Gespräch mit dem:der Vorgesetzten gibt es noch einiges, worum Du Dich kümmern solltest, um Dein Ausscheiden aus dem Unternehmen ordentlich durchzuführen. Dazu gehört eine umfassende Übergabe an Deine:n Nachfolger:in und der Abschied von Deinen Kolleg:innen. 

Mit den folgenden Punkten solltest Du Dich nach Deinem Kündigungsgespräch befassen:

Frau packt nach der Kündigung private Sachen in einen Karton

Tipps auf einen Blick

  • Kolleg:innen informieren: Richte Dich dabei nach der Absprache mit dem:der Vorgesetzten. Bei Hybrid- oder Remote-Teams empfiehlt sich eine E-Mail oder eine kurze Nachricht via Microsoft Teams/Slack.
  • Übergabe planen: Update alle laufenden Projekte und dokumentiere alle wichtigen Abläufe. Denke auch an digitale Aspekte: Cloud-Zugänge dokumentieren, Passwörter sicher übergeben (z. B. via Password-Manager), interne Wikis aktualisieren, laufende Automatisierungen und Tools erklären.
  • Resturlaub einreichen: In unserem Magazin verraten wir Dir, welchen Urlaubsanspruch Du bei einer Kündigung hast.
  • Beim Team verabschieden: Nutze Deinen letzten Arbeitstag, um Dich bei Deinen Kolleg:innen und Vorgesetzten für die Zusammenarbeit zu bedanken. Bei Remote-Teams bietet sich ein virtueller Abschiedsumtrunk per Videocall als wertschätzende Geste an.
  • Arbeitszeugnis anfordern: Fordere es schriftlich an (Anspruch nach § 109 GewO). Bei Unzufriedenheit mit der Bewertung kannst Du eine Korrektur verlangen.

Kündigungsgespräch und danach? Interview

YER Deutschland: Wie informiere ich meine Kolleg:innen von meiner Kündigung?

Dr. Inge Pröll: Das sollten Sie mit Ihrem/Ihrer Vorgesetzten besprochen haben. Ob Sie es dem Team bei einem Treffen mitteilen oder jedem einzeln, als Rundmail oder als Aushang, bleibt Ihnen überlassen.

Worum sollte ich mich nach einem Kündigungsgespräch kümmern?

Dr. Inge Pröll: Bereiten Sie alles so vor, dass die Übergabe an Ihren Nachfolger oder an Kollegen möglichst reibungslos vonstattengeht. Überprüfen Sie, ob Sie alle Vorgänge umfassend dokumentiert haben und bringen Sie alle laufenden Projekte auf den aktuellen Stand. Eine Liste mit allen wichtigen Vorgängen und To-dos kann hilfreich sein.

Wie verabschiede ich mich angemessen von meinen Kolleg:innen und hinterlasse dabei einen möglichst guten Eindruck im Unternehmen?

Dr. Inge Pröll: Wenn Sie alles gut vorbereitet haben und der Übergang problemlos verläuft, hinterlassen Sie einen guten Eindruck. Laden Sie Ihre Kollegen, Mitarbeiter und eventuell Chefs an Ihrem letzten Arbeitstag zu einem kleinen Umtrunk ein. Das ist ein Zeichen der Wertschätzung, des Respekts und eventuell freundschaftlicher Verbundenheit. Bedanken Sie sich für die gute Zusammenarbeit und die Unterstützung. Wenn Sie mögen, können Sie auch kleine Anekdoten aus Ihrer gemeinsamen Zeit anbringen. Das lockert die Stimmung auf und sorgt für einen guten Abschied. Aber bitte niemanden bloßstellen.

Wir bedanken uns bei Frau Dr. Pröll für das aufschlussreiche Interview!

Wie kündige ich richtig? 
Checkliste zum Download

Die Vorbereitung für ein erfolgreiches Kündigungsgespräch als Arbeitnehmer:in ist ein wichtiger Teil Deiner professionellen Kündigung. In der folgenden Checkliste haben wir die wichtigsten Schritte für das Durchführen einer Kündigung zusammengefasst. Dort findest Du alles, was es zu beachten gilt, damit Du auf das Kündigungsgespräch mit Deinem Chef oder Deiner Chefin vorbereitet bist. Lade Dir jetzt unsere Checkliste zum professionellen Kündigen herunter.

Jetzt richtig kündigen und neu durchstarten!

Mit unseren Tipps für Dein Kündigungsgespräch bist Du bestens vorbereitet, um professionell zu kündigen und selbstbewusst in Deinen beruflichen Neuanfang zu starten. 

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FAQ: Häufige Fragen zum Thema Kündigungsgespräch

Nein. Eine Kündigung ist eine „empfangsbedürftige Willenserklärung“. Das bedeutet, sie wird wirksam, sobald sie dem Arbeitgeber zugeht. Eine Zustimmung oder Bestätigung des Chefs ist für die Wirksamkeit nicht erforderlich.

Nein. Bei einer ordentlichen Kündigung musst Du weder im Gespräch noch im Schreiben einen Grund nennen. Strategisch ist ein Satz wie „Ich möchte mich beruflich neu orientieren“ jedoch oft hilfreich, um eine professionelle Atmosphäre zu wahren.

Gesetzlich gilt: Urlaub muss genommen werden. Dein Arbeitgeber muss Dir ermöglichen, den Resturlaub während der Kündigungsfrist zu nutzen. Nur wenn das aus betrieblichen Gründen oder wegen der kurzen Kündigungsfrist nicht möglich ist, muss der Resturlaub ausgezahlt werden.

In der Regel verhängt die Agentur für Arbeit eine Sperrzeit von 12 Wochen, da Du die Arbeitslosigkeit selbst herbeigeführt hast. Es gibt Ausnahmen (z.B. bei Mobbing am Arbeitsplatz oder aus gesundheitlichen Gründen), diese müssen aber streng nachgewiesen werden. Ein nahtloser Übergang in einen neuen Job ist daher der sicherste Weg.

Ja. Laut § 629 BGB hast Du einen gesetzlichen Anspruch auf angemessene Freizeit zur Suche eines neuen Jobs (Freistellung). Du musst den Termin rechtzeitig ankündigen. Beachte jedoch: Ein Anspruch auf Bezahlung während dieser Zeit besteht nur, wenn dies explizit im Arbeits- oder Tarifvertrag geregelt ist.

Hinterfrage kritisch, ob mehr Geld die Probleme löst, die Dich zur Kündigung bewogen haben. Statistiken zeigen: Fast 50 % der Arbeitnehmer:innen, die ein Gegenangebot annehmen, kündigen innerhalb von zwölf Monaten erneut. Die ursprünglichen Kündigungsgründe (Chef, Unternehmenskultur, fehlende Perspektiven) verschwinden selten durch mehr Gehalt.

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Bildnachweis: Titelbild:  La Famiglia/adobe.stock.com, Bild 2: Prostock-studio/adobe.stock.com, Bild 3: N Katie/peopleimages.com/adobe.stock.com, Bild 4: Charlie's/adobe.stock.com.

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