Zwei Arbeitnehmer:innen sprechen in einem modernen Büro über Arbeitsbedingungen und berufliche Perspektiven.

Arbeitszufriedenheits-Studie 2026: Warum trotz Zufriedenheit 41% für einen Wechsel offen sind

Wie zufrieden sind Arbeitnehmer:innen in Deutschland wirklich und was hält sie langfristig bei ihrem Arbeitgeber? Die aktuelle Arbeitszufriedenheits-Studie 2026 von YER Deutschland zeigt einen deutlichen Widerspruch: 75 % der Befragten sind mit ihren Arbeitsbedingungen zufrieden, gleichzeitig sind 41 % offen für einen Jobwechsel. Neben Gehalt und flexiblen Arbeitszeiten gewinnen Arbeitsplatzsicherheit, gute Führung, Sinnhaftigkeit und passende Tätigkeiten an Bedeutung. Erfahre jetzt, welche Entwicklungen die Studie sichtbar macht und was sie für Arbeitgeber, Mitarbeiterbindung und die Arbeitswelt von morgen bedeuten.
29
Mai
2026

Arbeitszufriedenheits-Studie 2026: Das Wichtigste in Kürze

  • Die wichtigste Erkenntnis: Beschäftigte sind zufrieden, fühlen sich ihrem Arbeitgeber aber nicht automatisch langfristig verbunden. Arbeitgeber müssen Sicherheit, Perspektive und passende Rahmenbedingungen glaubwürdig zusammenbringen.
  • 75 % der Arbeitnehmer:innen sind zufrieden – doch die Arbeitszufriedenheit ist gegenüber 2024 und 2025 spürbar gesunken.
  • 41 % sind offen für einen Jobwechsel. Die Studie zeigt: Zufriedenheit allein reicht nicht mehr aus, um Mitarbeitende langfristig zu binden.
  • 67 % bevorzugen Sicherheit gegenüber hohem Einkommen. Arbeitsplatzsicherheit wird wieder wichtiger, muss aber mit Entwicklung und Perspektive verbunden sein.
  • Gehalt bleibt der wichtigste Faktor für Arbeitszufriedenheit, verliert aber langfristig seine Alleinstellung. Flexibilität, Sinn und passende Aufgaben gewinnen an Bedeutung.
  • Führung wird zum Bindungsfaktor: Beschäftigte wünschen sich vor allem Empathie und Entscheidungsfähigkeit.
  • Homeoffice bleibt relevant: Flexible Arbeitsorte können Zufriedenheit und Bindung stärken, wenn Führung, Vertrauen und klare Ziele stimmen.
  • Die passende Aufgabenverteilung wird zur Herausforderung: 27 % fühlen sich unterfordert oder könnten aus eigener Sicht wertvoller eingesetzt werden.

Arbeitszufriedenheit 2026: Noch hoch, aber nicht mehr selbstverständlich

Die Arbeitszufriedenheit in Deutschland bleibt auch 2026 auf einem hohen Niveau: 75 % der befragten Arbeitnehmer:innen geben an, mit ihren Arbeitsbedingungen eher bis vollkommen zufrieden zu sein. Gleichzeitig zeigt der Blick auf die Vorjahre, dass diese Zufriedenheit nicht selbstverständlich ist. 2024 und 2025 lag der Anteil der zufriedenen Beschäftigten noch bei jeweils 83 %. Damit ist die Arbeitszufriedenheit im Vergleich zu den Vorjahren spürbar gesunken.

Der Rückgang macht deutlich: Die gute Stimmung im Unternehmen ist kein Selbstläufer. In Zeiten von Unsicherheit, steigenden Erwartungen und wachsendem Veränderungsdruck reicht ein „eigentlich ganz zufrieden“ oft nicht mehr aus. Arbeitgeber müssen genauer verstehen, was Beschäftigte motiviert, was sie frustriert und weshalb sie bleiben oder gehen.

Besonders interessant ist der Branchenvergleich. Der IT-Sektor bleibt mit 89 % zufriedenen Arbeitnehmer:innen Spitzenreiter und liegt damit sogar über dem Vorjahreswert von 86 %.

Auch der Energiesektor erreicht mit 85 % einen hohen Zufriedenheitswert. In den sonstigen Branchen fällt das Bild dagegen verhaltener aus: Hier sind 70 % der Beschäftigten eher bis vollkommen zufrieden. Das ist ein Rückgang um 7 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr.

Die Zahlen zeigen: Die Arbeitszufriedenheit ist weiterhin hoch, allerdings nicht überall gleichermaßen. Während die IT- und Energieunternehmen von starken Werten profitieren, wächst in anderen Branchen der Handlungsdruck. Arbeitgeber müssen genauer hinschauen, welche Erwartungen Beschäftigte an Aufgaben, Führung und Arbeitsumfeld haben und welche Faktoren aus Zufriedenheit langfristige Bindung machen.

Branchenvergleich der Arbeitszufriedenheit 2026 mit 89 Prozent im IT-Sektor, 85 Prozent im Energy-Sektor und 75 Prozent im Gesamtwert.

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Zufrieden, aber wechselbereit: Warum Bindung schwieriger wird

Wechselabsicht von Arbeitnehmer:innen 2026: 14 Prozent planen einen Jobwechsel, 27 Prozent ziehen ihn vielleicht in Betracht und 59 Prozent planen keinen Wechsel.

Hohe Zufriedenheit heißt 2026 noch lange nicht echte Bindung. Besonders deutlich wird das bei der Wechselbereitschaft: Obwohl 75 % der Befragten mit ihren Arbeitsbedingungen eher bis vollkommen zufrieden sind, planen 14 % in den nächsten sechs Monaten einen Jobwechsel. Weitere 27 % beantworten die Frage nach einem möglichen Wechsel mit „Vielleicht“. Damit ist ein erheblicher Teil der Arbeitnehmer:innen zumindest offen für Veränderung.

Die hohe Wechselbereitschaft macht deutlich: Arbeitnehmer:innen  definieren Karriere heute neu – flexibler, selbstbestimmter und weniger an einen einzelnen Arbeitgeber gebunden. Viele Beschäftigte sind mit ihrer aktuellen Arbeitssituation grundsätzlich zufrieden, prüfen aber, ob es anderswo bessere Perspektiven, passendere Rahmenbedingungen oder attraktivere Entwicklungsmöglichkeiten gibt.

Selbst in Branchen mit hohen Zufriedenheitswerten bleibt die Bindung zum Arbeitgeber brüchig. Die Ergebnisse legen nahe, dass eine hohe Zufriedenheit nicht automatisch mit einer starken emotionalen Bindung gleichzusetzen ist. Unternehmen sind deshalb gefordert: Sie konkurrieren nicht nur um neue Talente, sondern auch stärker um bestehende Mitarbeiter:innen, lange bevor diese aktiv kündigen.

Ein Blick auf die möglichen Wechselhemmer lässt erkennen, was Beschäftigte davon abhalten könnte: Am häufigsten genannt wird eine Gehaltserhöhung (45 %), gefolgt von flexiblem Arbeitsort beziehungsweise Homeoffice (28 %) und flexiblen Arbeitszeiten (27 %). Bindung entsteht damit dort, wo Vergütung, Flexibilität, Entwicklung und Führung zusammenspielen.

Besonders sichtbar wird diese Diskrepanz in der Energiebranche. Dort ist die Arbeitszufriedenheit mit 85 % sehr hoch. Gleichzeitig geben 19 % der Befragten an, in den nächsten sechs Monaten einen Jobwechsel zu planen, weitere 32 % ziehen ihn vielleicht in Betracht.

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Arbeitsplatzsicherheit wird wieder zum entscheidenden Faktor

Nach Jahren, in denen vor allem das Gehalt im Fokus stand, gewinnt 2026 wieder ein anderes Bedürfnis an Bedeutung: Sicherheit. Wenn Beschäftigte zwischen einem sicheren Arbeitsplatz und einem höheren Einkommen wählen müssen, entscheiden sich 67 % für Sicherheit.

Lediglich 33 % priorisieren ein hohes Einkommen. Im Vergleich zum Vorjahr ist das eine deutliche Verschiebung: 2025 bevorzugten noch 55 % ein gesichertes Arbeitsverhältnis, während 45 % ein hohes Einkommen wichtiger fanden.

Sicherheit wird damit wieder zu einem ausschlaggebenden Faktor für Arbeitgeberattraktivität. Gerade in einem wirtschaftlich unsicheren Umfeld reicht es nicht mehr aus, allein über Gehalt zu überzeugen. Beschäftigte suchen nach Stabilität, Verlässlichkeit und Orientierung, besonders dann, wenn externe Entwicklungen schwer planbar erscheinen.

Auch der Branchenvergleich zeigt, dass das Sicherheitsbedürfnis unterschiedlich stark ausgeprägt ist. Im Energiesektor priorisieren 72 % der Befragten ein gesichertes Arbeitsverhältnis. Im IT-Sektor sind es dagegen 55 %. Das deutet darauf hin, dass Sicherheit je nach Branche, Arbeitsmarktposition und Zukunftserwartung unterschiedlich bewertet wird. Während IT-Fachkräfte möglicherweise stärker auf ihre Chancen am Arbeitsmarkt vertrauen, scheint im Energie-Bereich das Bedürfnis nach Stabilität noch ausgeprägter zu sein.

Dass Arbeitsplatzsicherheit 2026 wieder stärker in den Blickpunkt rückt, hängt auch mit den Faktoren zusammen, die Beschäftigte aktuell verunsichern. Am häufigsten nennen die Befragten die Konjunkturschwäche in Deutschland sowie Entscheidungen der Regierung in Deutschland als Einflussfaktoren auf ihre Arbeitsplatzsicherheit. Im Vergleich zum Vorjahr gewinnen außerdem Managemententscheidungen im eigenen Unternehmen und Veränderungen durch künstliche Intelligenz stärker an Bedeutung.

Arbeitsplatzsicherheit 2026: 67 Prozent bevorzugen ein gesichertes Arbeitsverhältnis, 33 Prozent ein hohes Einkommen.

Unsicherheit entsteht nicht nur durch gesamtwirtschaftliche Entwicklungen, sondern zunehmend auch durch Transformationsprozesse innerhalb der Unternehmen. Umso wichtiger ist es, KI nicht nur als Effizienzthema zu betrachten, sondern Mitarbeiter:innen frühzeitig mitzunehmen, Veränderungen transparent zu erklären und eine klare Strategie für den Einsatz neuer Technologien zu entwickeln. Wie Unternehmen dabei vorgehen können, zeigen wir in unserem Beitrag zur KI-Strategie im Unternehmen.

Arbeitgeberattraktivität 2026: Mehr als Gehalt

Gehalt bleibt der meistgenannte Zufriedenheitsfaktor: 53 % nennen es. Aber der langfristige Trend ist eindeutig rückläufig: 2022 waren es noch 62 %, 2023 ebenfalls, 2024 56 %, 2025 51 %. Geld verliert Schritt für Schritt seine Alleinstellung als Bindungsmittel.

Top 3 Verstärker der Arbeitszufriedenheit 2026: besseres Gehalt, flexiblere Arbeitszeiten und mehr Urlaubstage.

Interessant ist deshalb vor allem, was nach dem Gehalt kommt: flexible Arbeitszeiten nennen 35 %, mehr Urlaubstage 28 %. Diese Faktoren zeigen, dass Beschäftigte Arbeitgeber nicht mehr nur nach finanziellen Kriterien bewerten, sondern stärker danach, wie gut Arbeit zu ihrem Leben passt. Arbeitgeberattraktivität entsteht damit zunehmend durch die Kombination aus fairer Vergütung, Flexibilität und Vereinbarkeit mit dem Privatleben.

Auch inhaltliche Faktoren gewinnen an Gewicht. 27 % der Befragten wünschen sich interessantere Arbeitsinhalte, 26 % nennen das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun. Gerade diese Werte sind für Unternehmen relevant, weil sie über reine Benefits hinausgehen: Sie zeigen, ob Beschäftigte ihre Arbeit als passend, wirksam und motivierend erleben.

Das Fazit: Ein gutes Gehalt allein reicht vielen Beschäftigten heute nicht mehr aus, um langfristig bei einem Arbeitgeber zu bleiben. Entscheidend ist, ob Beschäftigte ihre Arbeit als fair vergütet, gut organisiert und sinnvoll erleben.

Homeoffice und Leistungsfähigkeit:
Warum flexible Arbeitsorte unterschätzt werden

Homeoffice ist mehr als ein Komfortfaktor. Es kann ein wichtiger Hebel für Zufriedenheit, Bindung und Leistungsfähigkeit sein. Die Arbeitszufriedenheits-Studie 2026 macht deutlich: 73 % der Befragten geben an, in ihrem Job effizient arbeiten zu können. Gleichzeitig nennen 27 % einen flexiblen Arbeitsort als Faktor, der ihre Arbeitszufriedenheit positiv beeinflussen würde.

Damit widersprechen die Ergebnisse einer häufig verkürzten Debatte: Flexible Arbeitsmodelle sollten nicht vorschnell als Risiko für Produktivität betrachtet werden. Wenn ein Großteil der Beschäftigten die eigene Arbeit als effizient erlebt, geht es weniger um die Frage, ob Menschen im Büro oder im Homeoffice arbeiten, sondern darum, unter welchen Bedingungen sie gute Leistung erbringen können.

Besonders relevant wird der flexible Arbeitsort beim Blick auf die Wechselbereitschaft. Bei Arbeitnehmer:innen, die einen Jobwechsel planen oder zumindest in Betracht ziehen, zählt Homeoffice beziehungsweise ein flexibler Arbeitsort zu den wichtigsten Faktoren, die sie von einem Wechsel abhalten könnten. Flexibilität ist damit nicht nur ein Benefit für bestehende Mitarbeitende, sondern auch ein Instrument der Mitarbeiterbindung.

Die zentrale Erkenntnis: Die Ergebnisse zeigen, dass Homeoffice stark davon abhängt, wie Führung organisiert wird. Entscheidend ist nicht allein der Arbeitsort, sondern ob Ziele klar sind, Vertrauen vorhanden ist und Leistung an Ergebnissen gemessen wird.

Performance im Job 2026: 73 Prozent der Arbeitnehmer:innen geben an, effizient arbeiten zu können.

Unterfordert oder überfordert: Wenn der Job nicht richtig passt

Fehlende Passgenauigkeit im Job bleibt eine zentrale Herausforderung für Unternehmen. Die Arbeitszufriedenheits-Studie 2026 zeigt: Nur 47 % der Befragten geben an, mit ihrer aktuellen Aufgabe ideal ausgelastet zu sein. Damit erleben weniger als die Hälfte der Befragten die eigene Tätigkeit als wirklich passend.

Stress im Job 2026: 27 Prozent der Arbeitnehmer:innen sind unterfordert, 47 Prozent ausgelastet und 23 Prozent überfordert.

Besonders auffällig ist der Anteil der Beschäftigten, deren Potenzial nicht vollständig genutzt wird. 22 % sagen, dass ihre Fähigkeiten aktuell nicht vollständig eingesetzt werden. Weitere 5 % bezeichnen sich als komplett unterfordert. Zusammengenommen bedeutet das: 27 % der Arbeitnehmer:innen sind unterfordert oder könnten aus eigener Sicht wertvoller für ihr Unternehmen sein.

Gleichzeitig zeigt sich auch die andere Seite der fehlenden Passung: 23 % der Befragten fühlen sich in ihrer aktuellen Aufgabe leicht oder deutlich überfordert. Während ein Teil der Beschäftigten also mehr Verantwortung, passendere Aufgaben oder bessere Entwicklungsmöglichkeiten bräuchte, benötigt ein anderer Teil Entlastung, klarere Strukturen oder gezieltere Unterstützung.

Hier liegt ein unterschätztes Risiko: Fehlende Passgenauigkeit kostet Unternehmen Leistung, Motivation und Bindung. Wenn Fähigkeiten nicht richtig eingesetzt werden, entsteht ungenutztes Potenzial. Wenn Anforderungen dauerhaft zu hoch sind, steigt das Risiko von Stress, Frustration und Rückzug. In beiden Fällen kann aus grundsätzlich vorhandener Arbeitszufriedenheit schnell Wechselbereitschaft werden.

Für Arbeitgeber bedeutet das: Das Matching endet nicht mit der Einstellung. Entscheidend ist, ob Aufgaben, Kompetenzen, Erwartungen und Entwicklungsmöglichkeiten langfristig zusammenpassen. Nur wenn Mitarbeiter:innen ihre Fähigkeiten sinnvoll einbringen und weiterentwickeln können, entsteht echte Bindung.

Moderne Führung: Empathisch und entscheidungsstark

Führung wird 2026 zu einem entscheidenden Hebel für Arbeitszufriedenheit, Sicherheit und Mitarbeiterbindung. Die Erwartungen an Führungskräfte haben sich dabei spürbar verändert: Arbeitnehmer:innen wünschen sich nicht nur fachliche Kompetenz, sondern vor allem Orientierung, Verlässlichkeit und menschliche Nähe.

An erster Stelle stehen Empathie und Entscheidungsfähigkeit. Beide Eigenschaften werden von jeweils 33 % der Befragten genannt. Es folgen:

  • Fachwissen: 30 %
  • Positive Grundhaltung: 28 %
  • Kritikfähigkeit und Selbstreflexion: 24 %

Die Befragung macht deutlich: Gute Führung bedeutet heute nicht, entweder verständnisvoll oder durchsetzungsstark zu sein. Gefragt ist beides. Beschäftigte erwarten Führungskräfte, die zuhören, einordnen und unterstützen, gleichzeitig aber klare Entscheidungen treffen und Richtung geben.

Erkennbar wird: Moderne Führung muss Nähe schaffen, ohne an Klarheit zu verlieren. Gerade in einem Umfeld, das von wirtschaftlicher Unsicherheit, technologischem Wandel und steigenden Sicherheitsbedürfnissen geprägt ist, wird Führung zum Stabilitätsfaktor. Mitarbeiter:innen wünschen sich Klarheit über ihre Rolle und Perspektive.

Führung zahlt damit auf mehrere zentrale Themen der Arbeitszufriedenheits-Studie 2026 ein:

  • Sicherheit: Führungskräfte schaffen Orientierung, wenn sie transparent kommunizieren und Entscheidungen nachvollziehbar gestalten.
  • Homeoffice: Flexible Arbeitsmodelle funktionieren nur mit Vertrauen, klaren Zielen und Ergebnisorientierung.
  • Passgenauigkeit: Führung entscheidet mit darüber, ob Mitarbeiter:innen richtig eingesetzt, gefördert und weiterentwickelt werden.
  • Sinn und Wertschätzung: Gute Führung macht erlebbar, welchen Beitrag Arbeit leistet und dass der Einsatz von Mitarbeiter:innen gesehen und geschätzt wird.

Für Unternehmen ergibt sich ein klarer Handlungsauftrag: Führung ist nicht nur ein weicher Kulturfaktor, sondern ein strategischer Bindungsfaktor. Wenn Beschäftigte Sicherheit suchen, aber gleichzeitig wechseloffen bleiben, wird gute Führung zum Unterschied zwischen Bleiben und Gehen. Wer Talente langfristig halten möchte, sollte deshalb nicht nur in Benefits, Gehalt oder flexible Arbeitsmodelle investieren, sondern auch in Führungskräfte, die Orientierung geben, Potenziale erkennen und Vertrauen schaffen.

Fazit: Zufriedenheit bindet nicht automatisch

Die Arbeitszufriedenheits-Studie 2026 zeigt: Zufriedenheit allein reicht heute nicht mehr aus, um Mitarbeitende langfristig zu halten. Gerade jüngere Beschäftigte erwarten mehr als einen sicheren Job. Sie suchen Entwicklungsmöglichkeiten, flexible Arbeitsmodelle und Aufgaben mit Sinn. Unternehmen, die Gehalt, Kultur, Führung und Flexibilität glaubwürdig verbinden, stärken nicht nur die Mitarbeiterbindung, sondern sichern sich auch entscheidende Wettbewerbsvorteile im Kampf um Talente.

Talente gewinnen, Potenziale nutzen, Mitarbeiter:innen halten
Die Arbeitszufriedenheits-Studie 2026 zeigt: Arbeitgeber müssen heute mehr bieten als ein gutes Gehalt. YER Deutschland unterstützt Unternehmen dabei, passende Talente zu finden, Erwartungen besser zu verstehen und langfristige Bindung aufzubauen.

Forschungsdesign 2026: Methodik und Studienüberblick

Wie zufrieden sind Arbeitnehmer:innen in Deutschland mit ihren Arbeitsbedingungen und was erwarten sie heute von ihrem Job? YER Deutschland geht diesen Fragen seit 2016 regelmäßig in der Arbeitszufriedenheits-Studie auf den Grund. Hier findest Du alle Informationen zur aktuellen Studie 2026, ihren wichtigsten Ergebnissen und den Entwicklungen, die die Arbeitswelt von morgen prägen.

Methodik

Die Arbeitszufriedenheits-Studie 2026 wurde von YouGov im Auftrag von YER Deutschland durchgeführt. Befragt wurden 2044 Arbeitnehmer:innen in Deutschland. Ziel der Studie ist es, ein aktuelles Bild der Arbeitszufriedenheit, der Wechselbereitschaft und der Erwartungen an Arbeitgeber, Führung und Arbeitsmodelle zu zeichnen.

Ziel

Mit unserer Arbeitszufriedenheits-Studie 2026 möchten wir einen aktuellen Überblick darüber geben, wie zufrieden Arbeitnehmer:innen in Deutschland mit ihren Arbeitsbedingungen sind. Im Fokus steht dabei nicht nur die Frage, wie hoch die Arbeitszufriedenheit insgesamt ist, sondern auch, welche Faktoren sie beeinflussen und warum zufriedene Beschäftigte dennoch wechselbereit bleiben.

FAQ: Arbeitszufriedenheits-Studie 2026

Die Arbeitszufriedenheits-Studie 2026 von YER zeigt, wie zufrieden Arbeitnehmer:innen in Deutschland mit ihren Arbeitsbedingungen sind und welche Faktoren ihre Zufriedenheit beeinflussen – von Wechselbereitschaft und Sicherheit bis zu Führung, Homeoffice und Job-Passung.

2026 sind 75 % der Arbeitnehmer:innen eher bis vollkommen zufrieden mit ihren Arbeitsbedingungen. Damit bleibt die Arbeitszufriedenheit hoch, ist gegenüber 2024 und 2025 mit jeweils 83 % aber deutlich gesunken.

Zufriedenheit bedeutet nicht automatisch Bindung. Viele Beschäftigte prüfen trotz grundsätzlich positiver Arbeitssituation neue Perspektiven. 14 % planen einen Jobwechsel, weitere 27 % ziehen ihn vielleicht in Betracht.

Gehalt bleibt wichtig: 53 % nennen ein besseres Gehalt als Zufriedenheitsverstärker. Gleichzeitig zählen auch flexible Arbeitszeiten, Urlaub, sinnvolle Aufgaben, gute Führung und Entwicklungsmöglichkeiten stärker zum Gesamtpaket.

Viele Beschäftigte sind durch wirtschaftliche, politische und technologische Entwicklungen verunsichert. 67 % bevorzugen 2026 ein gesichertes Arbeitsverhältnis gegenüber einem hohen Einkommen.

Homeoffice und flexible Arbeitsorte beeinflussen Zufriedenheit und Bindung. 27 % nennen einen flexiblen Arbeitsort als Faktor, der ihre Zufriedenheit steigert; bei wechseloffenen Beschäftigten kann er zudem ein wichtiger Grund sein, zu bleiben.

Gute Führung schafft Orientierung, Vertrauen und Entwicklungsmöglichkeiten. Besonders gefragt sind Empathie und Entscheidungsfähigkeit: Beide Eigenschaften werden von jeweils 33 % der Befragten genannt.

Arbeitgeber sollten Zufriedenheit nicht mit Bindung verwechseln. Wer Talente gewinnen und halten möchte, muss Sicherheit, Perspektive, Führung, Flexibilität und passende Aufgaben zusammendenken.

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Bildnachweis:
Titelbild: Zamrznuti tonovi/stock.adobe.com

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